Der Vordere Gosausee mit dem Dachsteinstock
mit Hohem Kreuz, Niederen Dachstein, Hohen Dachstein, Schneebergwand - dahinter der Mitterspitz, Torstein und Hochkesselkopf.
Fotos: Gerhard Egger, im Herbst 2005
Gosausee
er könnte auch Spiegel-See heißen!
Die filigranen Türme, Spitzen und Gratkanten des Gosaukamm spiegeln sich im Gosausee.
Gosausee und Dachstein
Liebe und Schönheit - oder "Es war einmal"
Voll dunkler Schwermut ist ein Hauch ergossen,
Um dich, du tiefe Bergeseinsamkeit,
Mit stolzen Schultern trägst du ewig leuchtend
Der Schönheit schweres Königskleid.
In deines Sees blauen Wassern spiegeln
Die weißen Firnen sich voll Majestät,
Durch deine Wälder, frei das Haupt erhoben,
der Hirsch in edler Anmut geht.
Kein Laut der Welt dringt her in deine Stille,
Fern bist du von der Menschen Glück und Leid,
Es flammt auf deiner Götterstirne,
Das hehre Mal der Ewigkeit.
Wir sind zwei Menschen, die die Schönheit suchen,
So segne uns, oh Bergeseinsamkeit,
Dass wir des Tages dumpfem Lärm entrinnen,
Dass uns're Herzen werden rein und weit.
Wir trugen bebend uns're junge Liebe
In deiner Stille ew'ges Heiligtum,
Und uns're Seelen ahnend lauschen
Der Schönheit Evangelium.
Dichter: unbekannt
Herbstbilder am Gosausee
Foto von Egger, 2005
Gosaulacke
Sie ist ein Karst-Quellsee und weist stark schwankende Wasserspiegel auf und trocknet in heissen Sommer total aus, da sie keinen ständigen Zufluss aufweist. Die Wassertiefe liegt zwischen vier und fünf Metern. Die Füllung der Wanne erfolgt durch Schneeschmelze, starken Regenfällen und wird auch im Frühling von Gebirgsbächen gespeist. Der Kaltenbachwasserfall im Launiggraben versorgt die Lacke mit eiskaltem Wasser. Unterirdische Wasserläufe vom Hinteren Gosausee durch Karst und Dolinen münden ebenfalls in der Lacke. Der Abfluss der Lacke erfolgt ebenso unterirdisch zum Vorderen Gosausee über Schuttboden. Der Lackenbach oberirdisch ist größtenteil ausgetrocknet und füllt sich nur im Frühjahr.
Fauna: Neben dem heimischen Wild fühlen sich Amsel, Buchfink, Specht, Rotschwanz, Gimpel, Habicht, Singdrossel, (Steinadler), Stockente und sogar der Zaunkönig wohl.
Flora: Bergahorn und Hirschzungenfarn, verschiedene, darunter geschützte Blumen und viele Moosarten gedeihen hier prächtig.
Schutzstatus: Die Gosaulacke ist Teil des Naturschutzgebietes "Dachstein". Es erstreckt sich nach NW ein Gebiet von 53 ha, das als Ökofläche "Gosaulacke" ausgewiesen ist. Sie gehört auch zur Kernzone der Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut, die seit 1997 zum UNESCO - Welterbe gehört.
Also keine Mountainbike-Strecke und auch keine Trampelpfade zum Hinteren See einrichten!!!
Der Hintere Gosausee
ist ebenfalls Teil des Naturschutzgebietes N098-Gosau-Hallstatt-Obertraun.
Seine Felswanne ist 36m tief und stellt ein vom Gletscher ausgeschürftes Zungenbecken dar. Einerseits erfolgt die Speisung des Sees unterirdisch, beeinflusst sowohl vom Gosau - als auch vom Hallstättergletscher. Eine karsthydrologische Besonderheit ist die "Estavelle" im See, wodurch völlig unterschiedliche Fließrichtungen vorherrschen. Bei hohem Wasserstand fungiert die Felskluft (Estavelle) als Quelle, bei tiefem Stand wird sie als Schwinde wirksam. Über ein Höhlensystem und Dolinen fließt das Wasser zum Waldbachursprung (Riesenquelle des Waldbachs) und weiter als Mühlbach in den Hallstättersee. Außerdem fließt der See zu Quellen des Gosaubachs im Gosautal ab.
Andererseits wird der Hintere Gosausee oberflächlich vom periodisch aktiven Kreidenbach gespeist, der im Süden einmündet (der sogenannte Stundenbach). Die oben erwähnte Estavelle verleiht dem romantischen See die Charakteristik eines natürlichen Stausees und der Wasserstand schwankt je nach Zu-und Abflussverhalten. Die Spiegelschwankungen können bis 15m betragen. Nur bei starken Regenfällen und bei der Schneeschmelze wird neben der Karst-Riesenquelle "Launigg" u.a. ein Bachbett als Überlauf aktiv und füllt die Gosaulacke mit eiskaltem Wasser.
Flora: Am SW-Ufer befindet sich ein seltener Moorbirken-Lawinarwald mit Moorbirken, Eberesche, Latsche, Weiden und Hecken, Dazwischen die schönen heimischen Alpenblumen wie Enzian und "Stoareserl".
Fauna: Elritzen und Seesaibling stellen den Fischbestand. Der nährstoffarme Gebirgssee ist ein wichtiges Laichbiotop für Bergmolche und Grasfrösche.
Am südlichen Ende befindet sich die bewirtschaftete Holzmeisteralm mit Hütte und Stall.
Schneebergwand und Torstein grüßen von oben!
Der Karanger bildet im Frühling das Bachbett für den Überlauf des Hinteren Gosausees. Durch diese wunderschöne Landschaft findet das Wasser oberflächlich den Weg zur Gosaulacke.
Foto von Egger im Herbst 2005
Goldene Brettkogelwände
am Hinteren Gosausee
Blick zum Roafschemel
Hinterer Gosausee
Am NO-Ufer befindet sich das Naturreservat Kogelgassenwald!
Ein Mischwald mit Fichten, Tannen und Buchen
Es folgen noch weitere Fotos. Egger 2005
Blick zum Gosausee und Klauskogel, Gamsfeld und Wilder Jäger, Russberg und Kalmberg.
In der Restauration Vierthaler am Fuße des Klauskogels findet man Spezialitäten wie Gamsjunges (erlegt vom hauseigenen "Alten Jäger"), sehr schmackhaft zubereitet; dazu eine Halbe Bier, mit an Foam, an Weißen.
www.gasthof-gosausee.at
Foto: Gerhard Egger, August 2020