Brücke über die Gosauschlucht
Eine Meisterleistung: sieben Pfeiler aus Kalksteinquadern, sechs mal ein hölzernes Brückenfeld (Spannwerk - Bild) mit 2-fachem Sprengwerk, oberhalb der Sprengwerks weitere Streben, hochgezogen über die Träger und verbunden mit der anderen Seite. Hier spricht man von einem Hänge-Sprengwerk, diese Kombination lässt größere Spannweiten zu.
Wirklich eine Meisterleistung des Gosauers Johann Spielbüchler.
Schön zu sehen im nebenstehendem Bild
Beschreibung des Aufbaues
Ein Sprengwerk ist ein Tragwerk, bei dem die auf den Trägern (Holzbalken) lastende Kraft durch schräge Streben unter dem Träger aufgenommen (auf das Auflager abgesprengt) wird. Die Last auf dem Tragwerk wird dadurch in vertikale und horizontale Kräfte aufgeteilt, die von den Widerlagern und den Fundamenten der Streben aufgenommen werden müssen. Dadurch wird annähernd eine Stützkraft erreicht, die der so ersparte Pfeiler bringen würde.
Gedicht über den Erbauer
der Solebrücke zwecks Auflassung des Zwangs
Johann Spielbüchler
Meister Spielbüchler bin ich genannt,
talauf, talab gar wohlbekannt,
die gute Kaiserin gab mir Befehl
die Zwangsbrücken bauen auf der Stell!
Im Bau zuunterst ruht der Stein,
der gewachsene Fels ist sein Fundament
und Stein für Stein sind aufzureihn,
sodass kein Sturm sie niederrennt.
Und viel hundert übereinander Lagen
lässt die Pfeiler höher ragen.
Fünf Pfeiler greifen, schlank im Bau,
wie Riesenfinger in des Himmels Blau
und ganz oben auf dem Bau mit Stolz,
das Tragwerk noch aus schwerem Holz.
Doch über weite Kluft, mein Lieber,
wie bringst den ersten Baum hinüber?
Das Rätsel lösen soll, oh Christi Jammer,
die Kommission von der Hofkammer!
Original nach Winfried Aubell
Baum = Ensbaum 20 x 25 cm.
Seit dem Bestand der Brücke für den Solesträhn
waren die früheren hölzernen Sole-Rohre nicht mehr dem enormen Druck ausgesetzt, der die Sole auf die andere Seite der Schlucht hinaufgezwängt hatte. Laufend mussten in der Gosaubach-Schlucht die Soleröhren, schon mit Eisenringen bewehrt, ausgetauscht werden.
So erhielt der Gosauer Salinenmeister Spielbüchler den Auftrag: "So baue er die Brücke, auf daß die Sol nicht mehr im Zwang geführt wird".
Auf dem Bild sieht man die Pfeiler mit den unteren Streben des 2-fach Sprengwerks und die oberen 2fach-Streben für das Hängewerk = Kombination Hänge-Sprengwerk.
Über den Pfeilerköpfen wurden überdachte Holzverbauten errichtet zum Schutz des Pfeilerkopfes. Die Basis oder Gründung der Pfeiler betrug 4m im Quadrat und wurde im Anzug in die Höhe geführt. d.h.: der Pfeilerschaft verjüngt sich bis zum Kopf auf 2,4m im Quadrat.
Die gezimmerten offenen Häuschen
über den Pfeilerköpfen zeugen von der bäuerlichen Baukunst im Inneren Salzkammergut.
Der Abriss im Jahr 1969 des sogenannten Gosauzwang ist niemals zu verzeihen und deckt eine politische und kulturelle Unfähigkeit der damaligen Verantwortlichen auf. Gemeindepolitiker wie auch die Behörden versagen ohne die Einbindung der Bevölkerung aufs dramatischste.
Es gibt soviele Beispiele für diese Versagen.
Man denke an das Jagdschloß Gosau.
Fast in jedem Ort im Salzkammergut verschwanden historisch wertvolle Bauten.
Wichtige Personen für die Kunst des Salzkammergut sind ja präsent, die wissen, was im Salzkammergut seit der Frühzeit geleistet wurde, die sich auskennen und das ist sehr wertvoll: Friedrich Idam, Hallstatt; Barbara Kern, Goisern und viele mehr.
Das Eisengerüst von 1969
Wie wurden die Pfeilerköpfe geschützt? Wurden sie isoliert abgedeckt, wurden sie vor der Witterung geschützt?
Der liebliche, aber eindrucksvolle Baustil der Soleleitungsbrücke des Johann Spielbüchler;
erbaut: anno 1758
Das Holzmaterial hielt den Witterungen 211 Jahre stand.
Der nüchterne, ja hässliche Baustil der 60er und 70er - Jahre.
Leider wurde die kunstvolle Brückenkonstruktion der damaligen Zeit nicht mehr erneuert.
erbaut: anno 1969
Nach 48 Jahren war diese Konstruktion wieder Geschichte.
Und nun der neueste Baustil mit Aluminiumprofilen, aber genau so schiach wie 1969.
erbaut: anno 2017
die Soleleitungen werden unter dem Gangway geführt. Ob diese Neuerung auch 200 Jahre halten wird?
Pfeilerkopfränder sind ungeschützt der Witterung ausgesetzt!
im Hintergrund die Solestube mit Solebassin und Soleheizung
Obenstehendes Bild
veranschaulicht die Vorgangsweise bei der Errichtung der Soleleitungsbrücke durch Johann Spielbüchler und seinen Mitarbeitern.
Die Sole musste ja ungehindert während des Hochziehens der 7 Pfeiler, der Fixierung der Träger und dem Anbringen der Schrägbalken für das Sprengwerk und Hängewerk, ungehindert fließen. Die Lieferung der Salzlauge durfte nicht unterbrochen werden. Man sieht deutlich eingezeichnet den Verlauf der Solerohre von der Solestube über den Gosaubach; den eigentlichen Gosauzwang. Von der Solestube floß die Sole bis zum Gosauzwang, überquerte mit hohem Druck die Brücke und wurde von dem nachfließenden Medium auf der anderen Seite hochgedrückt. Funktioniert hat das Ganze einfach durch die größere Meereshöhe auf der Hallstatt-Seite, auf der die große Solestube noch bis heute steht. Hier ist ein großes Auslaufbassin eingerichtet. Auf der Goiserer-Seite steht eine kleinere Solestube, die auch zur Entspannung des Druckes und der Solewärmung dient. Die Sole hat hier ein Auslaufen in einen kleineren Trog.
Erst nach Fertigstellung der Soleleitungsbrücke über den Gosaubach, auf der Skizze das bekannte und imposante Erscheinungsbild, konnten die damaligen Druckrohre, bewehrt mit Eisenringen, entfernt und der Gosauzwang demontiert werden.
Im Autobus auf dem Weg zur Gosaumühle.
Vielleicht ein Postbus auf der Straße vom Gosautal, offenes Verdeck und rechtsgesteuert.
Rechts im Bild sieht man das Wächterhaus am "Krapflbühel" (Wachtbühel).
Die Soleleitungsbrücke überquert hier das Straßenstück des Wachtbühels. Schön zu sehen unten das Sprengwerk und oberhalb das Hängewerk.
Auf diesem Bild sieht man die "Straße" ins Gosautal: Das Tor zum Gosautal bildet die Soleleitungsbrücke, mit ihrem imposanten Anblick.
Im Hintergrund auf der linken Seite der Straße das Wächterhaus am Wachtbühel.
Die Gosaumühle und Vollgattersäge
Auf dem Bild sieht man 58 Arbeiter und Angestellte, am rechten Bildrand nach der Kleidung nach, wahrscheinlich die Besitzer Gottlieb und Luise Thalhammer.
Im Folgenden interessante Bilder
Wegmacherhäuschen, jetzt eine kleine Ausstellung zum Gosauzwang und Gosaumühle.
Leider verschlossen.
Blick vom 5.Pfeiler.
In der Tiefe fließt der Gosaubach mit seinem reguliertem Gewässer.
Vorsicht! Schwallwasser
Blick auf die Auflager der Brücke. Schon jetzt, nach drei Jahren, zerbröselt die Einfassung der Lager. Die Pfeilerköpfe sind nicht vor den Witterungen geschützt!
Der Celtenfürst, aufgemalt an die Fassade eines Neben-Gebäudes beim Gasthof Gosaumühle.
Leider geschlossen.
Der Landgasthof Gosaumühle. Um die Jahrhundertwende stiegen hier Fürstliche und Adelige ab, um Ruhe zu finden.
Erbaut wurde der Gasthof 1574, um- gebaut im Jahre 1914 - wäre schön, wenn er erhalten bleiben würde.
Beim Studium der Solestube, neu eingedeckt.
Ein wichtiger Helfer.
Der Gosaubach
im Gosaumühl - Delta
kurz vor der Einmündung in den Hallstättersee.
Seltenes Bild
vom Krapflbühel (Wachtbühel) mit dem damaligen Wachhaus. Fußgänger auf der Straße ins Gosautal. Soleleitungsbrücke oberhalb der Menschen mit dem beginnenden Sprengwerk ist schön zu sehen.