Liebe Gosauerinnen und liebe Gosauer
Ramona Höll - Josef Fasl - Gerhard Egger - Wolfgang Kirchhofer und Karin Schlager
die Speerspitze der Bürgerliste Gosau und des Vereins
SCHUTZ UND ERHALT DES GOSAUTALES
Untenstehend die Information über unseren Beschluss zur Schließung des Hallenbades.
Unter Punkt 5 der Agenda stand die Schließung des Hallenbades zur Debatte. Die BLGosau entschied sich für die Schließung des Hallenbades.
Zum Thema "Schließung des Hallenbades" versuchte die Bürgerliste alle Für und Wider objektiv zu berücksichtigen und objektiv zu betrachten - weshalb wir uns auch in einem tiefen Zwiespalt sahen. Einerseits ist das Bestehen eines Hallenbades extrem wichtig für unsere Kinder und Jugendlichen, es ermöglicht immerhin in unmittelbarer Nähe vom Daheim schwimmen zu lernen. Wir möchten hier gar nicht weiter darauf eingehen, da jeder weiß, was die Schließung unseres Hallenbades für die Kinder bedeutet.
Betrachtet man andererseits die negativen Aspekte, kommt man nach Prüfung der Sachlage relativ schnell zum Schluss, das Bad zuzusperren.
Der Betrieb eines öffentlichen Hallenbades ist, wie jeder weiß, regelmäßig defizitär. Zusätzlich ist bei den explodierenden Preisen im Energiesektor in der Zeit des vorherrschenden Krieges kein Ende abzusehen. Welche Möglichkeiten gab es in unserer fatalen Situation der Abstimmung?
Bei einem Weiterbetrieb des in diesem Zustand befindlichen Bades wären unlösbare Aufgaben auf uns zugekommen. Eine Einbringung einer seriösen "Machbarkeitsstudie" von Experten hätte allein schon eine große Summe gefordert und nur zu einer Empfehlung zur Schließung beigetragen. Dazu wäre auch eine Neuanschaffung einer Wärmepumpe notwendig gewesen und mit unverzichtbaren Arbeiten an Hilfsgeräten, Lüftungsanlagen und Einrichtungen. Ein weiterer Betrieb dieser alten Badeanlage hätte der Gemeinde an die 100.000,-Euro gekostet!
Bei einer Schließung zur Generalsanierung wären wir in eine äußerst prekäre Situation geschlittert. Seit Jahrzehnten wurde unser Bad vernachlässigt und eine Sanierung wäre in dem heutigen Zustand nie von der Gemeinde zu finanzieren. Allein die Aufrüstung zum heutigen Stand der Technik hätte hunderttausende verschlungen. Dazu käme noch der desolate bautechnische Zustand.
Durch die chlorhaltige Luft im Gebäude wurde Beton und Gemäuer derart von Chloramiden angegriffen, dass Armierung und Betoneisen zum Vorschein kamen und schon vor der Durchrostung stehen. Da hilft auch keine "Machbarkeitsstudie" - die kostet nur sehr viel Geld. Auch das Becken aus der Edelstahllegierung V2A ist schon seit Jahren angegriffen. In den 60er und 70er-Jahren wurde dieser Edelstahl verwendet, ist aber nicht beständig gegen Chloramin und Harnstoff und beginnt zu rosten.
Nur kurz zur Metallurgie:
NIROSTA (NIcht ROstender STAhl) V2A = Versuchsschmelze 2 austentisch, Stahllegierung CrNi8-18. d.H.: Stahl, der Rest ist Chrom 8% und Nickel 18%.
V4A = V-Schmelze 4 austentisch, Stahllegierung CrNi-10-20-2 d.h.: Stahl (Fe mit C), der Rest ist Chrom bis 12%, Nickel bis 20% und Molybdän 2%.
Nirosta V2A ist durch Chloramide (Harnstoff) angreifbar und fängt zu rosten an. V4A hingegen ist durch die Zugabe von Molybdän gegen die Chloramide beständig und wird heutzutage im Schwimmbeckenbereich ausschließlich verwendet. In den 60iger und 70iger Jahren wurde gewöhnlich der A2 Nirosta-Stahl verwendet, kommt aber in Bädern nicht mehr zum Einsatz.
Ich habe mich mit einem Gutachter und Sachverständigen (Name der BLG bekannt) lange unterhalten. Als er von mir vernahm wie alt unser Hallenbad ist, beschrieb ER mir sämtliche Mängel, (Betonschäden, technische Mängel, Baustatik und Einrichtung), die ich alle nur bestätigen konnte. Ein 35-jähriger Erfahrungswert von ihm.
Aber nicht im Sinne einer seriösen Behandlung der Hallenbad-Frage war eine in den Raum gestellte Bürgerbefragung, wenn sie nur der Festigung des politischen Fundamentes dienen sollte! Anders konnte man sich die Argumente zum Weiterbetrieb des Bades nicht erklären. Denn alle kannten den Zustand (schon vor Jahren wurde vom finanziellen Sargnagel (FPÖ), von einer Leiche (SPÖ) und doch traten sie unverständlicher Weise für ein Weiterwursteln ein. Die Notwendigkeit der Schließung wurde von SPÖ und FPÖ ignoriert. Eine Aufklärung für die Mandatare fand augenscheinlich nicht statt, beachtet man ihre Emotionen.
Denn angesichts der Tatsache,
- dass der Betrieb des Bades in diesen Zeiten horrende Betriebskosten verursacht
- und unter Berücksichtigung der noch zusätzlich auf uns zukommenden finanziellen Belastungen in jeglicher Hinsicht
- auch angesichts der aktuell immer schwächer werdenden Auslastung des Bades
- und letztlich der immens angewachsenen Verantwortung für den Gemeindehaushalt,
scheint sich die Frage selbst zu beantworten, ob ein Weiterbetrieb oder eine Renovierung des Bades sinnvoll ist!
Alle diese Aspekte veranlassten die Bürgerliste, einer Schließung des Hallenbades zuzustimmen und zu einem positiven Beschluss zu kommen.
Auch das Abwenden einer zu hohen finanziellen Belastung für die Bürger gehört zur Verantwortung der Bürgerliste!
Obmann Gerhard Egger